Read der eismann by Silja Ukena Online

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Tödliche Kälte, eiskalte Morde — und ein unverzeihliches Verbrechen...Hauptkommissar Bruno Kahn ist genervt: Der Berliner Winter ist sibirisch kalt. Zudem reißen ihn zwei Todesfälle, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, aus seiner vorweihnachtlichen Trägheit. Ein Rentner aus Lichtenberg wird in seinem Schrebergarten auf grausame Art gefesselt und ermordet. Eine OTödliche Kälte, eiskalte Morde — und ein unverzeihliches Verbrechen...Hauptkommissar Bruno Kahn ist genervt: Der Berliner Winter ist sibirisch kalt. Zudem reißen ihn zwei Todesfälle, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, aus seiner vorweihnachtlichen Trägheit. Ein Rentner aus Lichtenberg wird in seinem Schrebergarten auf grausame Art gefesselt und ermordet. Eine Opernsängerin stürzt aus ihrer Altbauwohnung. Der einsame Wolf Bruno Kahn würde am liebsten durch Berlin flanieren, um in Ruhe Witterung aufzunehmen. Doch seine Kollegin Laura Conti und der neue Workflow der 7. Mordkommission machen Kahns Alleingang einen Strich durch die Rechnung. Als schließlich die Presse Wind bekommt, scheint alles drunter und drüber zu gehen. Dann taucht eine dritte Leiche auf......

Title : der eismann
Author :
Rating :
ISBN : 27232088
Format Type : Kindle Edition
Number of Pages : 385 Pages
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

der eismann Reviews

  • Jasbr
    2019-03-31 01:21

    Wer gerne Krimis liest, die mit wenig Blut auskommen und dazu noch einen geschichtlichen Hintergrund haben, sind hier richtig: In "Der Eismann" werden zwar einige Morde begangen, allerdings stehen die Ermittlungen im Mittelpunkt, die geschickt mit der Vergangenheit der Opfer verknüpft sind.Der Krimi eignet sich also für alle die es etwas ruhiger mögen und vor allem ein eingespieltes Ermittlerteam bevorzugen. Denn auch wenn Bruno Kahn alleine lebt, verkörpert er nicht das Klischee des kaputten Ermittlers, wie er gerne in amerikanischen Thrillern gezeichnet wird. Trotzdem habe ich eine Weile gebraucht, um mit ihm zurechtzukommen und mich in der Buch hineinzufinden. Das lag auch daran, dass die Story wirklich eine zeit lang braucht, um in Fahrt zu kommen. Zwar hat man schnell die erste Leiche und die zweite kommt kurz danach, aber die Polizei tappt doch sehr lange im Dunkeln. Dafür erfährt man etwas über das Privatleben von Kahn, was man aber für die Geschichte an sich nicht braucht.Als dann erste Verbindungen hergestellt und Vermutungen geäußert werden, hat mir die Story sehr gut gefallen - eben auch, weil es einige geschichtliche Verwicklungen gibt, was ich immer sehr spannend finde. Die Auflösung insgesamt ist logisch und lässt keine Fragen offen. Dadurch, dass alles so glaubhaft ist, wirkt der Fall sehr realistisch. Gut gefallen hat mir auch, dass das Buch in Berlin spielt. Ma hat einige Schauplätze wiedererkannt und so konnte ich es mir richtig gut vorstellen.Insgesamt hatte ich - abgesehen von den Startschwierigkeiten - einige schöne Lesestunden. Von mir gibt es deswegen 3 Sterne.

  • Buchdoktor
    2019-04-18 21:21

    "Der Eismann" landete als verspätetes Leserundenbuch neben meinem Lesesessel und hat mich mit einer komplexen Verbindung mehrerer Todesfälle positiv überrascht, deren Vorgeschichte bis in die Nachkriegszeit in der damaligen DDR zurückreicht. Das Setting, das Personal einer Berliner Mordkommission, der humorvolle Ton und die Atmosphäre im frostig klaren weihnachtlichen Berlin haben mir ausnehmend gut gefallen. Die zu den Taten führenden Ereignisse werden plausibel entwirrt und geklärt, wenn auch nicht vollständig.Das Buchcover konnte mir nicht vermitteln, dass "Der Eismann" ein Buch nach einem Geschmack sein würde - und das wäre in diesem Fall schade gewesen. Für einen Roman, der als Serienstart vorstellbar ist und als Hardcover auf den Markt kommt, hätte ich mir ein sorgfältigeres Lektorat gewünscht.

  • Anja
    2019-04-04 23:18

    Puh, ja, irgendwie war ich der Meinung, ich würde einen Thriller lesen, dabei war es "nur" ein Krimi. Steht sogar auf dem Buchdeckel. Wie auch immer, war nett, hat mich aber nicht umgehauen. Guter Anfang, doofes Ende, und ein Twist, der so gar nicht mein Ding war.Rezi folgt.

  • Bettina
    2019-04-24 23:39

    In einer Schrebergartenanlage wird ein Toter aufgefunden. Offenbar ein Dauerbewohner der Anlage, aber einer, dessen persönlicher Besitz der Polizei keine Hinweise gibt. Einen schwierigeren Todesfall kann es kaum geben: Keine erkennbare Vita, keine Zeugen, keine Spuren, kein Motiv. Der zweite Todesfall vor Weihnachten ist nicht viel besser bei der Ausgangslage. Die ehemalige Opernsängerin Margarete Müller stürzt aus dem Fenster ihrer Wohnung. Dass es Selbstmord ist, wird vom Umfeld angezweifelt und auch die Ermittler müssen einsehen, dass diese Theorie nicht zur Tatortsituation passt. Von einem Tatmotiv aber fehlt auch hier jede Spur. Die Ermittlungen stocken, sehr zum Missfallen der Staatsanwältin, die -so sieht es aus- am liebsten jeden beliebigen Verdächtigen zu Gunsten von Ruf, Karriere und Ego dafür festnageln würde.Bei den beiden Fällen passt kaum etwas zusammen. Erst, als ein dritter Mord passiert, findet das Team von Hauptkommissar Bruno Kahn etwas mehr Hinweise und Spuren. Doch je mehr das Team findet, umso weniger Klarheit hat es. Mindestens zwischen zwei der Toten muss es eine Verbindung geben, aber wie findet man die, wenn der Lebenslauf erst ab Anfang der 1990er rekonstruierbar ist? Dieser Zeitpunkt gibt letzten Endes den Ausschlag dafür, wo mit der Suche nach Täter und Motiv neu angesetzt werden muss. Gerade das aber liefert auch neue Hindernisse.Der Klappentext in diesem Fall füllt die übliche Lücke auf der Buchrückseite, erzählt im Prinzip aber nichts zum Buch. Besser ist es, ein Interview mit Autorin Silja Ukena zu suchen, um ein wenig mehr über den Krimi und seine Hintergründe zu erfahren. Ukena gräbt in der deutschen Vergangenheit und fördert eine Geschichte mit Familiengeheimnissen, Spionage und Bespitzelung zutage. Ein alter Hut? Weit gefehlt. Auch, wenn so mancher nichts mehr davon hören möchte, andere das alles für Vergangenheit halten, einige endlich einen Deckel drauf legen wollen, so zeigt Silja Ukena, wie sehr diese Vergangenheit immer noch unser Heute bestimmt. Das Netzwerk der Stasi reicht bis in die heutigen Tage - ein paar interessante Nebenfiguren zeigen eindrucksvoll, wie gut die Mechanismen im Zweifelsfall noch gehen können. Alte Loyalitäten und Befehlsketten lassen sich eben nicht einfach unterbrechen. Die unfassbaren Mengen an Unterlagen der Stasi sind noch lange nicht durchgearbeitet und katalogisiert, es verschwinden nach wie vor Daten und dementsprechend mühsam ist die Aufarbeitung der Todesfälle. Man braucht viel Energie, Kreativität und Querverbindungen, um in dieser Datenmasse die richtigen Stecknadeln zu entdecken.Es ist ein klassisch erzählter Krimi mit glaubwürdigen, nicht übertriebenen Charakteren. Bruno Kahn, der "einsame Wolf", denkt in Wirklichkeit einfach dann am besten nach, wenn er alleine und außerhalb seiner Dienststelle durch die Gegend laufen kann. Im Stil der Autorin, die als Kind gerne Zoodirektorin geworden wäre, tut er das am liebsten: im Zoo. Die Neue im Team, Laura Conti, entpuppt sich als ebenso effizient wie die anderen Kollegen und sie denkt hervorragend mit. Eine Eigenschaft, die Kahn noch zu schätzen lernt. Die Dienststellen untereinander können sich auf ihre jeweiligen Einschätzungen verlassen und nur die Staatsanwältin wirkt als unangenehme Reizfigur. Für einen Krimi reicht das allemal, wenn der Rest des Falles stimmt. Und beim Debut von Silja Ukena tut es das.

  • Angelika
    2019-04-01 02:17

    Es ist richtig kalt in Berlin, eiskalt. Nach dem ersten Mord tappen die Ermittler erst mal im Dunkeln. Zu dem Opfer können sie soviel wie keine brauchbaren Informationen ausgraben. Während die Ermittlungen laufen werden Kommissar Kahn und seine Kollegin zu einem weiteren Todesfall gerufen. Alles sieht nach Selbstmord aus, erst die Obduktion ergibt, dass es sich um Mord handelt. Als in Frankfurt an der Oder ein weiteres Mordopfer gefunden wird, tut sich allmählich ein Zusammenhang zwischen den drei Toten auf. Mittels akribischer Recherchearbeit und mit Hilfe diverser öffentlicher Stellen kommt Kahn dem Geheimnis der Verstorbenen immer näher und deckt eine unfassbare Geschichte auf … Kommissar Kahn ist ein richtiger Bär: groß, etwas tapsig und am Liebsten ist er allein unterwegs. Seiner Arbeit als Ermittler kann man gut folgen und er macht auch einen recht sympathischen Eindruck. Auch seine Kollegen fand ich gut gemacht, ehrlich und korrekt. Die Geschichte ließt sich sehr flüssig. Der Handlung fehlt zwar so eine gewisse Spannung, doch die Umsetzung und der Gedanke der sich hinter den Mordfällen und den Opfern befindet fand ich gut und ist auch gut nachvollziehbar. Berlin Kenner werden die Schauplätze wieder erkennen und wer noch nicht dort war kann sich auch ein gutes Bild von ihnen machen. Natürlich kommt die typische “Berliner Schnauze” auch nicht zu kurz. Das finde ich immer ganz unterhaltsam, ich mag es wenn so landestypische Dialekte eingebaut werden, auch wenn ich nicht immer alles gleich verstehe. Als Leser hat man zwar irgendwann eine Ahnung in welcher Richtung sich die Auflösung der Handlung bewegt, doch den Hintergrund deckt erst Kahn durch seine Ermittlungen auf. Silja Ukena, 1975 geboren, hat nach einer Ausbildung zur Journalistin Kunstgeschichte und Politikwissenschaft in Hamburg und Paris studiert. Danach arbeitete sie als freie Journalistin und Literaturkritikerin bei diversen renommierten Zeitschriften. “Der Eismann” ist ihr Krimidebüt. Wie den meisten Autoren merkt man auch ihr an, welcher Regionen oder Städte in ihrem Leben eine wichtige Rolle spielten und diese wurden, dann irgendwie in die Handlung eingebaut. Das Cover finde ich ganz passend. Es ist klirrend kalt und die Eisschollen und der düstere wolkenverhangene Himmel geben die eisigen Dezembertage ganz gut wieder. Mein Fazit: Ein recht solides Krimidebüt mit wenig Überraschungen und kaum Spannung. Die Handlung lebt eindeutig von Kommissar Kahn und seinen Ermittlerarbeiten. Es liest sich recht flott und die Geschichte hat durchaus auch Wahrheitswert.

  • Wal.li
    2019-03-29 01:15

    Wie ein KahnWie ein Kahn auf einem Eissee schippert Kommissar Bruno Kahn durchs winterliche Berlin. Mit einiger Erfahrung gesegnet, fühlt er sich den jungen Kollegen etwas fremd. Er ermittelt lieber auf die altmodische Art. Nachdenken lautet die Devise. Mit seiner neuen jungen Kollegin Laura Conti kann er sich zunächst nicht so richtig anfreunden. Ihre Fahrkünste lernt er schnell zu schätzen, bei der ersten gemeinsamen Untersuchung geht es um schlimme Morde, deren Hintergrund lange im Verborgenen bleiben. Ein Rentner wird tot aufgefunden, er wurde an einen Stuhl gefesselt und in seiner Gartenlaube seinem Schicksal überlassen. Kommissar Kahn, im zwischenmenschlichen anscheinend nicht so bewandert und eher zurückhaltend, ermittelt am liebsten während seiner langen Wege, von denen er etliche zu Fuß bewältigt. Autofahren liegt ihm nicht und Aufträge, bei denen die modernen Ermittlungsmethoden zum Einsatz kommen sollten, delegiert er lieber an die anderen Mitglieder seines Teams. Eigenbrötlerisch wirkt Bruno Kahn, dennoch ist ihm Empathie nicht fremd. Mit Hinterbliebenen kommuniziert er ruhig, in die Opfer versucht er, sich hineinzuversetzen. Sein Gegenpool ist Laura Conti, frisch von der Polizeischule, mit italienischen Wurzeln, die ihr die Fähigkeit zu herrlichen Flüchen geben, die möglicherweise besser unübersetzt bleiben. Wie ein Wirbelwind fegt sie durch das Kommissariat und umtost auch Kahn, so dass der nicht erst auf die Idee kommen kann, Staub anzusetzen. Nach und nach kommen die Polizisten einer üblen Sache auf die Spur, deren Anfänge weit in der Vergangenheit liegen.Der Roman ist wie ein Streifzug durch ein Berlin, das von den kalten Klauen des Winters fest umklammert wird. Man spürt die Kälte und die Düsterkeit, die die Jahreszeit beherrschen. Trotz seiner brummigen Art wird einem Kommissar Kahn schnell sympathisch, man möchte mehr über ihn wissen, welches seine Geschichte ist, wird angedeutet. Dagegen wirkt Laura Conti frisch und unverbraucht, was mag das Leben ihr noch bringen. Hinzu kommt ein Fall, der sich überraschend entwickelt, ruhig zunächst und doch immer fesselnder. Ein packendes Debüt, mit dem eine Vergangenheit in Erinnerung gerufen wird, die noch nicht so fern ist. Verbrechen, die nicht in Vergessenheit geraten sollten.

  • Diana
    2019-04-25 19:30

    Wenige Tage vor Weihnachten wird in einem Berliner Schrebergarten die Leiche eines Mannes gefunden. Kommissar Kahn und sein Team finden weder Angehörige des Mannes, noch irgendwelche Hinweise auf seine Lebensverhältnisse. Als sie zu einem zweiten Todesfall gerufen werden, bei dem eine ehemalige Opernsängerin offensichtlich Selbstmord beging, gibt es Auffälligkeiten, und der Kommissar drängt auf eine genaue Obduktion. In ihrem Körper findet sich schließlich Gift, sodass Kahns Ermittlerteam nun in einem zweiten Mordfall ermitteln muss. Währenddessen wird in Frankfurt/Oder eine weitere Leiche gefunden, die auf die gleiche Weise starb wie der einsame Mann im Schrebergarten. Wieder finden die Ermittler zunächst kaum Hinweise auf das Privatleben des Toten sowie seine Vergangenheit. Kahn verfällt immer mehr in Lethargie, versucht durch lange Spaziergänge einen klaren Kopf zu bekommen und wird gleichzeitig von der Presse unter Druck gesetzt. Offenbar gelangt ein Reporter, der unter falschem Namen schreibt, an geheime Informationen über die Ermittlungen und scheint immer einen Schritt voraus zu sein. Es dauert lange, bis Kahn und seine Kollegen einen Zusammenhang zwischen den drei Toten finden.Das ruhige winterliche Cover sowie der Titel des Buches führten dazu, dass ich diesen Krimi unbedingt lesen wollte. Bereits auf den ersten Seiten zog mich Kommissar Kahn, mit seiner ruhigen und oftmals schwermütigen Art, in seinen Bann. Die Art und Weise, wie er mit seinen Angestellten und insbesondere der neuen Kollegin Laura Conti, die das komplette Gegenteil von ihm zu sein scheint, umgeht faszinierten mich.Bruno Kahn lebt alleine in einer Berliner Altbauwohnung. Außer der Hausmeisterin Romy Krause, die alles hört und sieht, kennt er keinen der anderen Bewohner, da sie auch immer nur kurzzeitig dort zu wohnen scheinen. Er fühlt sich wohl in seinem Viertel und hat sich mit dem Wirt eines kleinen französischen Lokals angefreundet, wo er häufig nach der Arbeit speist. Man merkt schnell, dass er eine besondere Bindung zu Frankreich hat, da er immer wieder an seine ehemalige Lebensgefährtin denkt. Bis man jedoch erfährt, was aus dieser Liebesgeschichte wurde, dauert es sehr lange und zugleich beginnt man zu verstehen, warum dieser Kommissar oftmals so bedrückt und in sich gekehrt wirkt. Mir war er auf Anhieb sympathisch und ich musste immer schmunzeln, wenn er mit seiner Hausmeistern, die ein bisschen was von Else Kling aus der Lindenstraße hat, kurze Schwätzchen hält. Er ist viel zu Fuß unterwegs und entspannt dabei am besten, nebenbei erfährt der Leser viel über die frühere Teilung Berlins sowie Kahns Vergangenheit."Kahn hatte keine Fotos in seiner Wohnung hängen. Aber er hatte ja auch keines dieser Leben." (Zitat S. 92)Silja Ukenas Schreibstil fand ich wunderbar, sehr atmosphärisch und stimmungsvoll. Er spricht alle Sinne an: wir erfahren, was die Charaktere sehen, riechen, fühlen und schmecken... Und dabei verliert sich die Autorin nie in unnötigen Details. Auch die Darstellung der Nebencharaktere gefiel mir richtig gut, da sie alle so ihre kleinen Eigenheiten besitzen, sodass man sie gut auseinanderhalten konnte.Mein Fazit:Mit "Der Eismann" ist der Autorin ein großartiges Debüt gelungen. Eine Geschichte, in die man unweigerlich hineingezogen wird, und die aufgrund der liebenswürdigen Hauptcharaktere auch niemals langweilig wird. Ich hoffe wirklich, dass wir hierzu noch eine Fortsetzung lesen können, denn dieser Kommissar hat so eine aufregende Vergangenheit, dass man gerne noch viel mehr darüber erfahren möchte.

  • Sebastian Haberland
    2019-04-01 02:35

    Im winterlichen Berlin tauchen zwei Leichen auf, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Der Leser ahnt bereits, dass es eine Verbindung zwischen dem alten Mann und der Opernsängerin geben muss und ist gespannt, welch schmutzigen Geheimnisse die Kommissare, im Laufe ihrer Ermittlungen, zutage fördern werden.Ein typischer Anfang für einen Krimi also.Ebenso typisch ist Kommissar Kahn, der eigenbrötlerisch und brummig daherkommt und dessen unkonventionellen Ermittlungsmethoden seinen Vorgesetzten ein Dorn im Auge sind. Mit Laure Conti wird ihm eine toughe Kollegin zur Seite gestellt, die kontaktfreudig und stets gut gelaunt ist und damit das perfekte Gegenstück zu Kahn darstellt.Silja Ukena hat sich für ihren Krimi "Der Eismann" einen spannenden Plot überlegt, der spannendes Lesevergnügen verspricht und toll geschrieben ist. Die interessanten Haupt- und Nebenfiguren waren glaubwürdig und konnten mich absolut überzeugen. Einzig die Spannung, die einen guten Krimi ausmacht, wollte nicht so recht auf mich überspringen. Die Geschichte wollte nicht so wirklich in Fahrt kommen und dümpelte träge vor sich hin. Bei einer Länge von gerade einmal 380 hätte ich mit einem dichten Schreibstil ohne viel Schnickschnack gerechnet. Stattdessen schaffte die Autorin es, den Roman nach und nach zu verwässern und mit unnötigen Details auszuschmücken. Die Wartezeit verbrachte er damit, vom Fenster aus die Kastanie im Hinterhof zu betrachten. Auf gleicher Höhe entdeckte er ein verfallenes Vogelnest, das ohne Boden in den Zweigen hing. Trauer befiel ihn. Um was, das wusste er nicht.Warum den Kommissar in dieser Szene Trauer überfiel, weiß ich leider auch nicht. Ebenso wenig wie ich weiß, warum solche Sätze nicht einfach gestrichen werden, da sie weder die Handlung vorantreiben, noch etwas über die Beweggründe oder den Charakter der Figuren offenbaren. Zugute halten muss ich Silja Ukena, dass sich die Beobachtungsgabe und das Schreibtalent der Autorin in solchen Szenen erst so richtig entfalten und sie sehr behutsam in die Handlung eingeflochten sind. Für mich haben sie in einem Krimi dennoch nichts zu suchen.Was mich noch störte, war der scheinbar unstillbare Hunger Kommissar Kahns. Wenn er nicht gerade Leute befragte, war er am Essen. Vorzugsweise natürlich bei seinem Lieblingsfranzosen, aber auch überall sonst, wo man ihm etwas anbot.Insgesamt ein zäher und enttäuschender Krimi, den man sich getrost sparen kann.Die vollständige Rezension findet sich auf meinem Blog.

  • Charlotte
    2019-04-06 02:27

    Liebe Autorin, bitte schreiben Sie weiter!!!